Bevorzugt Google große Marken?

In amerikanischen SEO-Blogs wird seit kurzem ein wichtiges Thema diskutiert. Aaron Wall von Seobook hat in seinem neusten Artikel die These aufgestellt, dass die Suchergebnisse für bestimmte Wörter, den Money-Keys, seit einigen Wochen von Marken-Inhabern dominiert werden. Möglich wurde dies durch eine Änderung im Ranking, datiert auf den 18. Januar 2009. Aaron zeigt anhand verschiedener Begriffe (Airline Tickets, Auto Insurance, Boots, diets, health insurance, watches etc) dass sich die Top-Positionen bei Google danach geändert haben, obwohl die neu eingeordneten Marken nach bisherigen SEO-Taktiken nicht so weit oben stehen dürften. Die Reaktionen auf die Beobachtungen sind durchwachsen - einige Kommentatoren begrüßen die Trendwende, andere fürchten um die Rankings ihrer eigenen Projekte.

Wie sieht es aber auf dem deutschen Markt aus? Ein schneller Check für deutsche “Money-Keys” zeigt folgendes Ergebnis:

ranking kleidung

“Kleidung” wird dominiert von Brands. Hier ist baur.de aufgestiegen (kann natürlich auch an eigenen Maßnahmen liegen)

Ranking Auto

Beim Begriff “Auto” dominieren noch nicht BMW, AUDI, Mercedes etc. Aber die großen Portale und der Branchenprimus machen Boden gut.

Ranking Versicherung

Gibt man den Begriff “Versicherung” bei Google ein, so erhält man neben dem obligatorischen Wikipedia-Eintrag ebenfalls viele bekannte Marken in den oberen Rängen. Gothaer und Allianz sind ganz vorne gelistet und konnten ihr Ranking in den vergangenen Wochen steigern.

Bei anderen Begriffen, die ebenfalls sehr umkämpft sind, konnte ich die Beobachtung von Aaron Wall allerdings für den deutschen Index nicht nachvollziehen. Es gibt also zumindest im deutschen Index noch “Raum” für White-Label-Websites :-) Einschränkend muss ich natürlich anmerken, dass diese Kurzanalyse alles andere als vollständig ist. Interessant wäre zu wissen, inwieweit sich bereits ein ähnliches Datum für das “Marken-Update” für den deutschsprachigen Index ausmachen lässt, oder ob dies noch bevorsteht. Vielleicht gibt es ja in Kürze eine Analyse von Sistrix, eventuell stellt sich dann im Angesicht der nackten Zahlen das große “Update” nur als laues Lüftchen heraus? Ich bin gespannt.

Was bedeutet aber eine Gewichtung von Marken-Sites für Webmaster, die versuchen mit ihren Webseiten zu sogenannten Money-Keys zu ranken, um damit beispielsweise Affiliate-Marketing zu betreiben? Es ist eine Chance und eine Gefahr zugleich. Sollte sich der Trend fortsetzen, so werden bestimmte Keywörter in Zukunft sehr schwer zu knacken sein, und die obersten Plätze von alteingesessenen Marken dominiert werden. Entweder weichen die Seitenbetreibern von “White-Label”-Sites auf andere Begriffe aus, die nicht so umkämpft sind - und gehen damit in Konkurrenz zu vielen anderen Webmastern. Oder aber sie versuchen für bestimmte Begriffe eine eigene Marke zu kreiren. Das dürfte ein hartes Stück Arbeit sein, denn dazu sind neben einer gut optimierten Webseite sowie den passenden Backlinks noch weitere Faktoren notwendig - die “Marke” muss auch in den Köpfen der Internet-Benutzer präsent sein. Letztendlich ist die zweite Methode aber erfolgversprechender, denn man macht sich damit auch ein Stück unabhängiger von den launischen Suchkriterien der großen Suchmaschine mit dem G vorneweg.

Update Dezember 2009. Jetzt scheint der “Marken-Index” von Google auch in Deutschland offiziell angekommen zu sein. Seit dem 14. Dezember ist in den Suchergebnissen zu beobachten, dass bestimmte Begriffe wie “Kreditkarte”, “Flug”, “DSL” oder Girokonto mit Marken-Websites an der Spitze auftrumpfen, die dort vorher aufgrund schlecht optimierter Websites nicht standen. Mehr Informationen gibt es bei Suchmaschinentricks.de, eine gute Analyse/Kritik findet sich hier.

Datum: Donnerstag, 26. Februar 2009 11:23
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2 Kommentare

  1. 1

    […] Warum werden grosse Marken in der Suche bevorzugt, wenn der User eventuell gar kein Interesse daran hat, da deren Seiten z.B. nur zum Branden genutzt […]

  2. 2

    Moin moin, schicker Beitrag auch wenn ich das etwas anders sehe :D

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