Blogtipps für Einsteiger - Werbung

Wer mit dem Bloggen anfängt, stößt über kurz oder lang darauf: Werbung. Soll ich mein Blog “monetarisieren“, also ein wenig Geld damit verdienen? Wenn ja - was für Werbung gibt es für Blogger, und welche Arten sind sinnvoll? Worum geht es nun genau in diesem Artikel? Ich stelle verschiedene Werbeformen für Blogs vor, und untersuche diese mit Blick auf unerlaubte Vermischung von Werbung und redaktionellem Inhalt. Abschließend gebe ich ein paar Empfehlungen für “saubere Werbung”. Ein wichtiger Hinweis - auch wenn ich auf einige rechtliche Schwierigkeiten hinweise, so geschieht das natürlich nicht im Sinne einer Rechtsberatung, denn ich bin kein Anwalt. Wer sich bei bestimmten Sachen unsicher ist, sollte einen Anwalt konsultieren oder z. B. mit der Verbraucherschutzzentrale in Verbindung treten.

Arten von Werbeanzeigen
Es gibt verschiedene Arten von Werbung, die wir auf unserem Blog einsetzen können. Da ist zum ersten das klassische Banner, welches in verschiedenen Größen vorkommt - und somit überall platziert werden kann (Sidebar, Header, etc.). Dann gibt es so genannte Textanzeigen, die ich jetzt mal scherzhaft als “Banner ohne Grafik” bezeichnen möchte. Drittens die Links, unterscheidbar in “reine Links” (ohne Schnickschnack) und Affiliate-Links (Verweise, die durch einen Code zugeordnet werden können). Eine weitere Werbeform ist das PopUp und das Layer. Dies sind die unbeliebtesten und auch nervigsten Werbemittel. Auf diese Form werde ich nicht eingehen, da ich der Meinung bin, dass Popups auf lange Sicht den Seitenbetreibern und den Werbenden gleichermaßen schaden. Bei den anderen Mitteln gilt, je kürzer und simpler, desto höher die Aufmerksamkeit/Klickrate. Auf Banner reagiert der Seitenbesucher nur noch im Promillebereich, bei Textanzeigen (z.B. Google-Adsense) sieht es schon etwas besser aus, am häufigsten werden aber Links angeklickt. Das hat damit zu tun, dass hinter einem “unschuldigen” Link am wenigsten Werbung vermutet wird. Und da liegt das Problem.

Schleichwerbung
Ein großer Stolperstein für Weblogs mit Werbung ist im Mediengesetz verankert: Die Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung. Das bedeutet in unserem Fall: Der Leser muss klar erkennen können, ob er einen Artikel liest, oder Werbung konsumiert. Wie soll man aber nun trennen? Am sinnvollsten ist eine farbliche Unterscheidung oder ein Hinweis (Werbung, Anzeige etc.). Bei der Bannerwerbung erkennt der Leser sehr gut, dass er hier Werbung vor sich hat. Etwas schwieriger ist es bei den Textanzeigen. Viele Adsense-Benutzer passen ihre Textanzeigen farblich und gestalterisch dem redaktionellen Umfeld an. “Blending” wäre der Fachausdruck dafür. Während Google das Verstecken von Textanzeigen bis zu einem gewissen Grad toleriert, kann ein Blogger mit solchen Anzeigen schon Schleichwerbung betreiben. Das Dilemma: Da jeder Klick bezahlt wird, ist die Versuchung groß, Besucher dazu zu bringen, auf diese Anzeigen zu klicken, selbst wenn sie an der eingeblendeten Werbung kein Interesse haben. Umgekehrt: je besser er seine Anzeigen auch als solche deklariert, desto weniger Einnahmen wird er haben. Wie sieht es denn bei den Textlinks aus, im besonderen bei den Affiliate-Links? Für den unbedarften Leser ist nicht ersichtlich, was sich hinter dem Link verbirgt. Wenn er klickt, dann weiss er nicht, ob die lustige Nummernfolge hinter dem Domainnamen eine Datei oder eben eine Provisionsmarkierung für den Linkbereitsteller ist. Was kann man machen, um sich nicht dem Vorwurf der Schleichwerbung auszusetzen? Entweder die Links tarnen (ganz schlechte Idee!) oder die Links erklären (Beispiel: Sie gelangen auf xyz.de durch einen gekennzeichneten Link etc.). Warum der ganze Aufwand? Zwar wissen viele Internetsurfer was Affiliate-Links sind, aber der Gesetzgeber geht halt immer vom D.A.U. aus.

farbw-art5Welche Werbeform sinnvoll ist
Die Blog-Untersuchung von Robert Basic zeigt einen deutlichen Trend: lohnenswerte Werbeformen sind zum einen Google-Adsense, zum anderen bezahlte Textlinks. Gleichzeitig sind diese Werbeformen auch dann noch lukrativ, wenn sie klar dem Gebot der Trennung von Anzeigen und redaktionellem Inhalt entsprechen. Bei Textlinks kommt es dem Werbetreibenden nicht so sehr darauf an, dass viele Leute darauf klicken, sondern hier wird darauf spekuliert, dass alleine die Verlinkung die Seite in den Suchmaschinen weiter nach oben bringt. Stichwort: Google-Juice. Somit ist eine als “Werbung” gekennzeichnete Box mit gekauften Links natürlich keine Schleichwerbung. Ebenso ist eine Box mit einer Adsense-Anzeige, die sich vom redaktionellen Text abhebt, ebenfalls regelkonform. Hier gilt aber: Nur bei vielen Besuchern lohnt sich Adsense, da eine Klickrate von 3 Prozent bei 100 Besuchern eben nur 3 Klicks bedeutet. Wenn ein Blog viele Besucher hat, kommt das oben so stiefmütterlich behandelte Banner auch wieder zum Zug. Wenn Banner auf der Basis von Payperview gebucht werden (Bezahlung fürs Anschauen), und man einen akzeptablen Tausenderkontaktpreis aushandelt, werden ein paar Euros beim Blogbetreiber hängen bleiben. Leider gibt es erst sehr wenig Agenturen, die sich auch um kleinere Blogs kümmern (z.B. Adical.de oder Adsix.de) - somit sind Pay-per-View-Schaltungen meist das Ergebnis von direkten Kontakten des Blog zu den Werbekunden.

Affiliate lohnt sich - für den Anbieter
Auf vielen kleinen Webseiten und auch einigen Blogs finden sich Banner von namenhaften Firmen. Diese werden durch Agenturen wie Zanox oder Affilinet zur Verfügung gestellt. Der Deal: Ich zeige das Banner auf meiner Seite, und wenn ein Besucher draufklickt und etwas tut (Newsletter bestellen, Waren kaufen) - dann bekomme ich eine Provision. Eine gute Idee, sollte man meinen - ich kann mit großen Firmen werben und bekomme einen kleinen Teil des Kuchens ab. Soweit die Theorie, aber in der Praxis sieht es oft anders aus. Wie oben bereits erwähnt: Werbung wirkt dann am meisten, wenn der Kunde sie nicht sofort als solche erkennt. Im Falle von Affiliate-Bannern heisst das: Wenn auf einem Blog für Baustoffe ein Werbebanner für Autoradios eingeblendet wird, so ist die Chance gering, dass Besucher darauf klicken. Der Werbetreibende sollte also nur Affiliate-Programme nutzen, die auch zum Umfeld seines Blogs passen. Aber - das reicht noch immer nicht. Denn die Klickrate auf Banner ist, wie eingangs erwähnt, extrem mies. Und so kommt es, dass die meisten Seiten kostenlos Werbung machen! Wieso? Die Banner werden eingeblendet, der Besucher sieht die Botschaften unterbewusst - aber der Blogbesitzer erhältt keinen Pfennig. Nur wenn die Banner angeklickt werden und zusätzlich etwas gekauft wird, gibt es Geld.
Die Lösung? Die Affiliate-Programme werden in das redaktionelle Umfeld mit einbezogen (Beispiel: ich schreibe einen Artikel über das neue XYZ-Radio - und ach da ist ja ein Banner mit dem Radio, wie praktisch!) Leider ist auch hier die Grenze zur Schleichwerbung schnell überschritten - also Vorsicht walten lassen. Ein letzter Haken: Die Affiliate-Agenturen zahlen erst ab einer gewissen Umsatzgröße aus. Und bis man die erreicht, kann viel Zeit ins Land gehen. Häufig sind die Publisher dann schon wieder abgesprungen oder im schlimmsten Fall ist die Agentur pleite gegangen - ohne das überhaupt ausgezahlt wurde. Natürlich gibt es auch Affiliate-Webmaster, die sehr erfolgreich sind - allerdings betreiben die selten Blogs sondern vielmehr reine Affiliate-Seiten. Und dafür sollte uns unser Blog zu schade sein ;-)

Fazit
Auch wenn die Versuchung groß ist, über vermeintlich sehr bequeme Affiliate-Programme wie z.B. Ebay oder Amazon das Blog mit Werbung vollzupflastern, sollte man darauf erst einmal verzichten. Oberste Priorität haben die Leser - und die kommen nicht in Scharen, wenn sie eine Bannerwüste statt interessanter Texte vorfinden. Werbebanner, die nicht per Klicks sondern per “Handlung” bezahlen, lohnen sich nur wenn genügend Besucher auf der Seite sind und sie thematisch zum Weblog passen. Textlinks zu verkaufen ist eine gute Idee (es gibt verschiedene Anbieter - mit Provisionsspannen von 30 bis 50%) - allerdings erst wenn das Blog schon einen stabilen Pagerank und mindestens eine Handvoll Verlinkungen über Technorati aufweisen kann. Sonst verkauft man die Links für 2,50 Euro - was nicht sinnvoll ist, sondern eher an Rudis Resterampe erinnert. Aber auch hier droht Ungemach - Suchmaschinen wie Google sehen es nicht gerne, wenn für Verlinkungen Geld fließt. Wer also Links verkauft, sollte dies nicht überall an die große Glocke hängen ;-) Dezent eingesetzt ist Google Adsense gerade für kleine Blogs eine sinnvolle Möglichkeit, in die Werbewelt “hineinzuschnuppern” - da wenig Aufwand beim Integrieren und immer “passgenauer” Werbung. Aber auch hier sollte man als Blogger nicht enttäuscht sein, wenn man ein paar Monate warten muss, bis der erste Scheck von Google ins Haus kommt - die ersten 100 Dollar sind immer die schwersten!
Im Endeffekt ist es wie beim Aufbau des Blogs selbst - am besten ist ein organisches Wachstum - d.h. die Werbemaßnahmen steigen mit der Popularität des Blogs. Wer diese Regeln beachtet, ein wenig experimentierfreudig bei der Wahl der Werbemittel ist und die unproduktiven Werbeplätze gnadenlos rauswirft, der hat gute Chancen, sein Blog ein wenig zu versilbern :-)

Dieser Artikel erscheint in der Reihe: “Blogtipps für Einsteiger” - ein Projekt des Upload-Magazins.

Datum: Freitag, 20. Juli 2007 16:59
Themengebiet: Weblogs & Co. Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

8 Kommentare

  1. 1

    […] Farbweiß Media: Blogtipps für Einsteiger - Werbung […]

  2. 2

    […] für Einsteiger” ins Leben gerufen. Ich habe mich auch mit einem Beitrag beteiligt. Blogtipps für Einsteiger - Worauf sollte ich bei Werbung achten? In dem Beitrag geht es um die verschiedene Arten von Werbung, die von Weblog-Betreibern eingesetzt […]

  3. 3

    Für Neulinge wie mich ist dies ein sehr informativer Beitrag.
    Danke für die Mühe, die du dir gemacht hast
    Christa

  4. 4

    […] verdienen wollen: Farbweiss Media bringt einen informativen Überblick über mögliche Werbeformen auf Blogs und diskutiert die Problematik der Vermischung von Werbung und redaktionellem […]

  5. 5

    […] gute Zusammenfassung. Dem Thema Bilder in Blogs nimmt sich Putzlowitsch an. Die Werbung wird bei Farbweiss detailliert unter die Lupe […]

  6. 6

    Ich kann nicht alles verstehen weil ich englisch bin aber es sieht sehr gut. Vielen Danke!

  7. 7

    Danke für die Hilfreichen Tipps.
    Bei mir wirds zwar noch ein wenig dauern bis sich Werbung wirklich lohnt, aber ich bin zuversichtlich :)

  8. 8

    Der Absatz “Affiliate lohnt sich” bringt es auf den Punkt. Richtig eingesetzt sind Affiliate Programme allerdings eine Top Einnahmequelle. Da ich selbst Wordpress themes designe und programmiere, lag es nahe neben meinen eigenen kostenlosen Themes auch Premium Themes andere Anbieter einzubauen. AdSense brachte bei mir leider nicht den erwünschten Erfolg.

Kommentar abgeben